Kategorien
Aktuelles

Offener Brief zu Ehrenamt

VP-Nationalratskandidat Dominik Schrott antwortet in einem offenen Brief auf die Kritik von Johannes Tilg, Spitzenkandidat der NEOS im Regionalwahlkreis Oberland. Dieser zeigte sich in einem Zeitungsartikel „schockiert“ über das Inserat „EHRENAMT ist Schrott“.

 

Sehr geehrter Herr Tilg, lieber Johannes!

In Deiner Kritik an meinem Zeitungsinserat stellst Du richtigerweise fest, dass ohne ehrenamtliches Engagement unser Zusammenleben nicht funktionieren könnte. Ja, lieber Johannes, da hast Du vollkommen recht. Es ist all jenen Menschen in unserem Land besonders zu danken, die in Vereinen oder Hilfsorganisationen ihre Freizeit für eine bessere Welt opfern. Auch ich bin davon überzeugt, dass unser Zusammenleben ohne Solidarität, Teamgeist und Verantwortung füreinander nicht funktionieren kann. Denn freiwilliges und ehrenamtliches Engagement – ob im Rettungswesen, im sozialen Bereich, im Tier- und Umweltschutz, bei Kulturinitiativen oder auch im Sport – ist das Fundament unserer Gesellschaft.

 

Aber gerade weil freiwilliges Engagement so wichtig für uns alle ist, habe ich das „Ehrenamt“ auch zu einem meiner fünf Top-Themen gemacht. Von jungen Menschen höre ich immer wieder den Vorwurf, dass es im Vorfeld von Wahlen viel zu wenig um Themen und Inhalte geht. Diesen Stimmen habe ich mit der von dir angesprochenen Inserat-Serie entgegenwirkt. Die regionalen Besonderheiten unserer gemeinsamen Heimat „Oberland“, eine starke „Wirtschaft“, sichere „Arbeitsplätze“, die Herausforderungen der „Zukunft“ und eben das „Ehrenamt“ sind somit alles Themen, die mir sehr am Herzen liegen und für die ich mich politisch stark machen werde.

 

Das hat ganz und gar nichts mit „politischem Kleingeld“ zu tun. Im Gegenteil! Es macht mich als jungen Menschen stolz, dass ich in einem Land leben darf, indem fast die Hälfte der Bevölkerung freiwillig und ehrenamtlich in Vereinen oder Organisationen für eine gute Sache tätig ist. Aber dieses Engagement ist keine Selbstverständlichkeit. All diesen Menschen, die tagtäglich für uns alle etwas Gutes tun, verdienen unseren Respekt, Dank und unsere Wertschätzung.

 

Zu dieser Wertschätzung zählt aber auch, dass wir als Gesellschaft sicherstellen, dass es auch weiterhin optimale Rahmenbedingungen für Freiwilligenarbeit in unserem Land gibt. Wie Du vielleicht weißt, engagiere auch ich mich neben meiner politischen Tätigkeit insbesondere bei der Feuerwehr, beim Sozial- und Gesundheitssprengel Vorderes Ötztal, bei den Lions und bei vielen anderen caritativen Einrichtungen. Durch diese Arbeit habe ich Einblicke bekommen, mit welchen Herausforderungen Ehrenamtliche heute zu kämpfen haben.

 

Zudem habe ich mich in den vergangenen Wochen im Rahmen meiner Tour „Oberland verstehen“ mit verschiedensten Verantwortungsträgern aus Vereinen und Blaulichtorganisationen getroffen, um mit ihnen über Probleme und deren Lösungsansätze zu diskutieren. Dabei sind einige notwendige Forderungen angesprochen worden, für deren Umsetzung ich mich politisch in Wien einsetzen werde.

 

So zum Beispiel dafür, dass…

 

… es ein steuerliches Bonus-System für Unternehmer gibt, die Einsatzkräfte beschäftigen und freistellen.

… es auch weiterhin kostenlose Schutzimpfungen für Einsatzkräfte gibt.

… der Zivildienst als wesentlicher Nährboden für das Ehrenamt in dieser Form erhalten bleibt.

Spenden und Zuwendungen an gemeinnützige Vereine steuerlich absetzbar sind (was unter „gemeinnützig“ zu verstehen ist, muss allerdings neu und eindeutige definiert werden).

… es Vereinen wieder erleichtert wird, durch Vereinsveranstaltungen Mittel für den Vereinszweck zu erwirtschaften (z.B. durch Befreiung der Vereinsmitglieder von der Sozialversicherung im Zuge von Vereinsfesten, durch Pauschalabgabe statt Registrierkassa etc.)

… es eine Anlaufstelle zur Unterstützung gemeinschaftsfördernder Vereine in den Regionen gibt.

… eine übergeordnete, offizielle Interessensvertretung für Vereine politisch verankert wird.

… die Gesetzeslage für Vereine vereinfacht und entbürokratisiert wird (klarere und vereinsfreundliche Regelungen).

 

Lieber Johannes, Du siehst, mir ist durchaus bewusst, dass freiwillige Helfer und Ehrenamtliche Tag für Tag Großes für unser Zusammenleben leisten. Ohne sie wäre vieles in unserem Land nicht möglich. Umso mehr bin ich aber auch davon überzeugt, dass unser Dank und unsere Wertschätzung sich noch stärker in der Gesetzgebung niederschlagen muss. Dafür werde ich mich stark machen und in Wien kämpfen.

Hochachtungsvoll

Dominik Schrott